Kategorie:Begriffsgeschichte

Aus Netzwerke des Wissens? Enzyklopädisches Wissen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert
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Fragestellung

Die Begriffsgeschichte ist ein Teilgebiet der Geschichts- und Kulturwissenschaften und befasst sich mit der Bedeutung von Begriffen. Hierbei werden vor allem die Bedeutung und der Bedeutungswandel näher betrachtet, denn diese bilden letztlich die Grundlage für die Verwendung des Begriffes im Sprachgebrauch. Der Begriff der Begriffsgeschichte wurde nach einer Vorlesung des Philosophen Georg Wilhelm Friederich Hegel über die Philosophie der Geschichte geprägt. Wobei nicht geklärt ist, ob Hegel schon den Begriff „Begriffsgeschichte“ benutzte oder dieser erst in der Folge als Reaktion auf seine Vorlesung Verbreitung fand.

„Die geschichtliche Betrachtungsweise, die das Werden der Dinge zu belauschen und aus dem Werden ihr Wesen zu erkennen sucht, hat gewiss eine große Berechtigung; aber sie hat auch ihre Grenzen. Wenn in dem beständigen Flusse aller Dinge nichts Festes, Ewiges beharrte, würde die Erkennbarkeit der Welt aufhören und Alles in Verwirrung stürzen. Man denkt sich, wie es scheint, dass die Begriffe in der einzelnen Seele so entstehen, wie die Blätter an den Bäumen und meint ihr Wesen dadurch erkennen zu können, dass man ihrer Entstehung nachforscht und sie aus der Natur der menschlichen Seele psychologisch zu erklären sucht. Aber diese Auffassung zieht Alles ins Subjektive und hebt, bis ans Ende verfolgt, die Wahrheit auf. Was man Geschichte nennt, ist wohl entweder eine Geschichte unserer Erkenntnis der Begriffe oder der Bedeutungen der Wörter.".[1]

Die Begriffsgeschichte zielt hierbei weder auf eine Wortgeschichte oder eine Sach-Ereignisgeschichte ab. Wobei sie klar getrennt von der Sprachgeschichte betrachtet werden muss. Letztere analysiert das „Wort“ als solches und die Begriffsgeschichte nur den „Begriff“. Dieses zeigt auch, dass die Bedeutung eines Begriffes immer „vieldeutig“ ist.

Um eine Vorstellung zu bekommen, wie Begriffsgeschichte funktionieren kann, wird dieses nun anhand eines Beispiels verdeutlicht.

Im Folgenden geht es um den Begriff Religionsphilosophie. Dieser Begriff ist ein in der Philosophie noch junger Begriff und befasst sich mit dem theoretischen Gehalt der Religion. Der Begriff selber setzt sich aus dem Wort Religion (von lateinisch religio – „gewissenhafte Berücksichtigung“) und Philosophie (latinisiert philosophia - wörtlich „Liebe zur Weisheit“) zusammen.

Religionsphilosophie unternimmt – wenn sie den heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen nach Neutralität, Rationalität, Selbstkritik und Wahrheitsbezug genügen möchte – ganz allgemein die philosophische Diskussion religiöser Phänomene ein, die auf zwei Weisen geführt werden kann:

  • Im engeren Sinne als Analyse des Gegenstandes „Religion“, der adäquat Methoden zu seiner Erfassung erfordert (substanzielle Definition), und
  • Im weiteren Sinne als Untersuchung eines spezifischen Nutzen oder Wertes von Religion (funktionale Definition).[2]

Der Begriff „Religionsphilosophie“ geht zurück auf das Werk „Die Philosophie der Religionen“ von Sigismund von Storchenau, erstmals veröffentlicht 1772. Schon wesentlich früher, Anfang des 17. Jahrhundert, setzte sich Herbert von Cherbury mit dem Zusammenhang von Religion und Philosophie auseinander. Er arbeitete mit einem Allgemeinbegriff von Religion, ohne sich mit einer theologischen Theorie zu befassen, und legte damit den Grundstein für die Religionsphilosophie.

Mit dieser „neuen“ Herangehensweise an die Teile der Theologie setzte ein Wandel ein, wie man „Religion“ verstehen sollte. Die mittelalterlichen, klassischen Gottesbeweise der Schulphilosophie (Scholastik) standen nun nicht mehr im Mittelpunkt der Betrachtung. Vielmehr löste sich die Philosophie mit ihren eigenen Vorstellungen von der Theologie und der Religionswissenschaft ab und setzte eine vernunftbezogene praktisch-pragmatische Vorstellung um.

Möglich wurde diese Emanzipation von der Theologie durch mehrere ideengeschichtliche Ereignisse:

-die Entwicklung der modernen Wissenschaft

-eine Krise der Religionsbegründung durch die Aufklärung

-der Vorzug von rationalen Wissen vor Glaubensgrundsätzen

Der Begriff der Religionsphilosophie lässt sich in vielen Bereichen untersuchen. Im Folgenden wird versucht, sich dem Begriff auf dem Wege der Enzyklopädien zu nähern. Hierzu wird anhand von ausgewählten Werken der verschiedensten Bereiche versucht, aufzuzeigen, in welcher Form in der jeweiligen Enzyklopädie mit dem Begriff „Religion“, „Philosophie (Philosoph)“ und „Religionsphilosophie“ operiert wird und welche Besonderheiten sich dabei zeigen.

Im ersten Teil werden zunächst vier Werke und deren Verleger oder, soweit bekannt, deren Autoren, vorgestellt. Anhand dieser soll gezeigt werden, wie ein Lexikon-Artikel zum Thema „Religion“ und zur „Philosophie“ aussehen kann. Der dritte ausgewählte Artikel befasst sich mit der „Religionsphilosophie“ und der vierte Artikel, aus dem Jahre 1997, wird als Vergleich vorgestellt, als ein „moderner“ Artikel.


Die ausgewählten Artikel wurden so ausgewählt, dass sich, anhand von ihrem Inhalt, eine Reihe von Fragen stellen und beantworten lassen:

  • Wie sieht ein „Standard“-Artikel zum Thema Religion, Philosophie (Philosoph) und Religionsphilosophie vom Aufbau her aus?
  • Wie sind die Begriffe einzuordnen?
  • Werden innerhalb der Artikel äußere Einflüsse (Aufklärung, Dispute mit anderen „Gelehrten“ etc.) bemerkbar?
  • Lässt sich ein Artikel eindeutig einem Verfasser zuordnen?
  • Lässt sich die Intention des Verfassers erkennen?
  • Inwiefern werden Verweise auf andere Verfasser und Lexika gemacht?
  • In welchem Rahmen wurde Wissen aus anderen Werken kopiert?
  • Welche Wörter und Formulierungen fallen besonders auf?
  • Ab welchem Zeitraum lässt sich eine „Ausdifferenzierung“ im Bereich der Religionsphilosophie in Lexika – Artikeln fassen?


Dapei100 15:37, 30. Sep. 2014


Im zweiten Teil werden vier ausgewählte Artikel vorgestellt, deren Autoren besondere Intentionen hatten miteinander verglichen.

Zunächst einmal der Vergleich zweier Einträge aus einem deutschenWörterbuch: Adelung und Campe. Der Herausgeber Joachim Heinrich Campe (1746–1818) war ein deutscher Schriftsteller, Sprachforscher, Pädagoge und Verleger, der es sich zur Aufgabe machte, dem Verfall der deutschen Sprache entgegenzuwirken und sie in ihrem Ursprung zu erhalten.

Joachim Heinrich Campe entwickelte dazu zahlreiche Verdeutschungen, die bis heute Verwendung finden. Mit seinem „Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke“ gab er einen Ergänzungsband zum weitaus bekannteren „Grammatisch-kritischem Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ (1774–1786) von Johann Christoph Adelung (1732–1806) heraus.

Darin wurde aus Philosoph, ursprünglich ein Wort aus dem Griechischen und dem Lateinischen, ein Weltweiser. Der Philosoph wurde laut Campe aber auch Waldweiser genannt, da er vermutete, dass dieser sich ausschließlich zum Philosophieren in die Wälder begebe.

Die ebenso fremdwörtliche Philosophie wurde daraufhin als Weltweisheit benannt. Der Philosoph ist in der heutigen Auffassung ein Denker oder Gelehrter, in seltenen Fällen ein Weiser. Der Begriff Weltweiser ist aus dem heutigen Sprachgebrauch völlig verschwunden und soll, wie Campe berichtet, „lediglich, eine von Pfaffen erfundene Spottbenennung“ sein.


Auch diese Artikel wurden so ausgewählt, dass sich, anhand von ihrem Inhalt, eine Reihe von Fragen stellen und beantworten lassen:

  • Inwieweit sind die ausgewählten Artikel „einschlägig“ oder die Verfasser voreingenommen?
  • Lässt sich die Intention des Verfassers erkennen?
  • Inwiefern werden Verweise auf andere Verfasser und Lexika gemacht?
  • In welchem Rahmen wurde Wissen aus anderen Werken kopiert?
  • Welche Wörter und Formulierungen fallen besonders auf

Doch um sich näher mit der Begriffsgeschichte der „Religionsphilosophie“ beschäftigen zu können, braucht es mehr als zwei Quellen, die aufeinander verweisen. Es braucht ein Netzwerk an Quellen, Verweisen und Informationen. Der Frage nach dem Ursprung der Religionsphilosophie lässt sich daher nur im Zusammenhang mit der Gesamtheit eines enzyklopädischen Netzwerkes begegnen.

Melissa Rohloff 11:33, 7. Okt. 2014

Vorstellung und Einordnung der klassischen Artikel

Anhand von vier gut passenden Lexika-Einträgen wird im Folgenden eine Einordnung, inhaltliche Auseinandersetzung und ein Ausblick gegeben. Hierfür werden folgende Artikel aus den Enzyklopädien gewählt:

  1. Philosoph
  2. Religionsphilosophie
  3. Religion

Diese Artikel sind aus folgenden Enzyklopädien entnommen:

  • Heinse, Gottlob Heinrich (Hrsg.): Enzyklopädisches Wörterbuch oder alphabetische Erklärung aller Wörter aus fremden Sprachen, die im Deutschen angekommen sind wie auch aller in den Wissenschaften, bei den Künsten und Handwerken üblichen Kunstausdrücken; Zeiz und Naumburg, 1801 (Fünfter Band; Ruathum bis Mythos).``
  • Nonnotte, Claude François: Philosophisches Lexikon der Religionen in welchem alle von den Ungläubigen angefochtenen Religionspunkten verteidigt und die Entwürfe derselben beantwortet werden. Aus dem Französischen des Herrn Abtes Nannotte, herausgegeben von: Doll, Alons; d.a.; Buchhändler im deutschen Hause, Wien 1804 (Zweiter Band, Dritte Auflage).
  • Brockhaus´Konversations=Lexikon (Vierzehnte vollständig neubearbeitete Auflage. Neue revidierte Jubiläums-Ausgabe. Dreizehnter Band, Pesa-Ruder. Mit 43 Bildertafeln, darunter 15 Chromtafeln, 37 Karten und Nebenkarten, 177 Textabbildungen, sowie 10 Textbeilagen ), Leipzig F.A. Brockhaus 1908.
  • Hügli, Anton und Lübcke, Poul (Hg.): Philosophie Lexikon – Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, Hamburg 1997.

Die Auswahl der Enzyklopädien und Artikel ist nach einer freien Auswahl der Verfasser entstanden und richtete sich nach Kriterien (Verfügbarkeit, Eingliederung etc.), die von den Verfassern frei gewählt wurden und erhebt somit nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Der vierte Artikel von Anton Hügli und Poul Lübcke aus dem Jahre 1997 soll hierbei als Beispiel eines „modernen“ Artikels zum Thema Religionsphilosophie stehen und zeigen, wie ein heute aktueller Artikel aufgebaut ist und wie sich die Inhalte im Bereich der Sprachphilosophie verändert haben.

Die Enzyklopädie-Einträge

Der erste Artikel von Gottlob Heinrich Heinse, der ihn im Jahre 1801 in Zeiz und Naumburg veröffentlichte, wurde aus dem Lexikon: Enzyklopädisches Wörterbuch oder alphabetische Erklärung aller Wörter aus fremden Sprachen, die im Deutschen angekommen sind wie auch aller in den Wissenschaften, bei den Künsten und Handwerken üblichen Kunstausdrücken entnommen. Der Verleger wurde am 8.4.1766 in Gera geboren und verstarb am 10.4.1813 in Wien. Er war Buchhändler in Zeiz und Naumburg und auch als Schriftsteller in Wittenberg, Gera, Basel, Linz und zuletzt in Wien tätig. Eine kurze Auswahl seiner Werke zeigt, dass er sich vor allem mit Personen und Ereignissen aus seiner Zeit befasste und lässt den Rückschluss zu, dass er vermutlich auch der Verfasser des Artikels gewesen seien kann.

  • Adolph Sellwärt, eine Geschichte, wie sie die Welt aufstellen kann, 1786.
  • Lottens Leben und Ehestand, 1789.
  • Graf Adolph der Vierte aus Schauenburgischem Stamme, Bestätiger der Freiheit Hamburgs, 1791.
  • Das Turnier zu Prag, 1792.
  • Der Pflegling Dianorens von Cenami, ein Zeitgenosse Ludwigs des Bayern, 1792.
  • Albrecht der Weise und seine Brüder, Erzherzoge von Österreich, 1793.
  • Eine französische Geschichte aus den Zeiten der Revolution, 1795.
  • Taten und Schicksale des Bürgers Ypsilanti, 1797.
  • Der Russische Kolonist, oder Christian Gottlob Züges Leben in Rußland, 1802.

Der Lexikon-Artikel hingegen zeigt, dass er sich mit der Materie im Bereich der Philosophie und Religion nicht sonderlich gut auskannte oder diese nicht für besonders erwähnenswert hielt. Der Eintrag zum Begriff Philosophie lautet: Philosoph:, ein Weltweiser, wofür Campe Vernunftlehrer vorschlägt – philosophieren – philosophisch – Philosophie. Die verschiedenen Arten der Philosophie hier aufzuführen, unterlassen wir theils aus Schonung des Raumes, theils aus der Ursache, weil sie in den neusten Zeiten alzusehr vervielfältigt worden sind, und eine der neuen herrschenden Philosophen gewöhnlich sehr bald wieder durch eine noch neuere verdrängt wird. Wer indeß etwas mehr darüber lesen will, wird über die ältere Philosophie in Busch Handbuch der Erfindungen 5. Band, S. 146 ff.[3] ziemliche Befriedigung, in dem Zedlerschen Universallexicon[4] aber noch mehr Ausführlichkeit finden. Von der kantischen Philosophie liefert das Conversationslexicon 3. Band, Seite 421u.ff.[5] eine kurze gut gearbeitete Darstellung.

Heise selber widmet dem Artikel selbst nur 52 Worte und zeigt dem Leser, warum es sinnlos ist, den Begriff „Philosophie“ in einem Lexikon wie, dem von ihm veröffentlichten genauer zu erklären. Allerdings lässt sich in dem Artikel von Heise sehr gut erkennen, dass er über die zeitgenössischen Geistesströmungen im Bilde war und Zugriff auf weitere Enzyklopädien hatte, was als Buchhändler nun nicht sonderlich verwundert. Interessanterweise verweist Heinse mit den letzten 42 Worten seines Artikels auf zu dieser Zeit gängige andere Enzyklopädien, wie das „Busch Handbuch der Erfindungen“ und das „Zedlersche Universallexicon“. Wobei er hier auf die Einträge zur „Philosophie“ und nicht zu „Philosoph“ verweist.

Interessant ist vor allem der letzte Verweis auf das Conversationslexicon mit dem Hinweis, das dieses sich besonders mit der Philosophie Immanuel Kants auseinander setzt. Hierbei wird wohl auf die klassischen Werke von Kant angespielt, wie etwa die „Die Kritik der reinen Vernunft“ von 1781 und die „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ von 1785. Die Tatsache, dass der Verfasser nur Kant namentlich als interessanten Philosoph zum Weiterlesen vorschlägt, zeigt dessen Popularität und den Wirkungskreis seiner Werke. Interessant ist auch die Benutzung des Begriffes von „Weltweiser“, die er von Kampe. Denn diese Übersetzung konnte sich im Laufe der weiteren Zeit nicht etablieren.

Bei dem zweiten ausgewählten Artikel lassen sich der Autor und der Verleger relativ sicher bestimmen. Der Artikel Religion, oder Was ist Religion des Abts Claude François Nonnotte wurde vom Buchhändler Alons Doll d.a. in der dritten Auflage der Lexika-Reihe Philosophisches Lexikon der Religionen in welchem alle von den Ungläubigen angefochtenen Religionspunkten verteidigt und die Entwürfe derselben beantwortet werden 1804 in Wien neu aufgelegt. Hierbei wurden die originalen Texte Nonnottes aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt. Der übersetzte Lexikon-Artikel lautete wie folgt:

Religion: Bestimmungen, Fragen, Grundsätze welche sich auf die Untersuchung der Religion beziehen. Erste Frage: Was ist Religion? Durch Religion soll man einen Gottesdienst, welchen die Gottheiten von den Menschen fordern, und gewisse Pflichten, die sie ihm auferlegen, verstehen. Gott ehren, und Gott gehorchen, ist dann alles, was die Religion ausmacht. Es ist kein Christ, oder Jude, kein Mabometaner, Bösgediener, der diese Bestimmung nicht annehmen kann, und annehmen soll. Der Geist, wenn er gleich immer uns gewiß und immer veränderlich in seinen Grundsätzen ist muss dennoch ihre Richtigkeit und ihre Wahrheit auch zugeben und eingestehn, wenn er eine Religion voraussetzen läßt.

Da sich bei diesem Artikel der Verfasser genau bestimmen lässt, ist es durchaus lohnenswert, ihn etwas genauer zu betrachten.

Nonnotte wurde am 29. Juli 1711 in Besançon geboren, wo er auch am 3. September 1793 verstarb. Er trat im Alter von 19 Jahren dem Jesuitenorden bei, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Bekanntheit erlangte er vor allem durch Auseinandersetzung mit Voltaire. Dieser gebrauchte in seinen satirischer Absicht für den Namen des Gegners die leicht abgeänderte Schreibweise "Nonotte„.

Im Jahre 1762 veröffentlichte Nonnotte sein bekanntestes Werk, die „Erreurs de Voltaire", in dem er dem 1756 von Voltaire veröffentlichtem „Essai sur les moeurs" Unrichtigkeiten und vermeintliche Fehler nachwies. Voltaire veröffentlichte darauf die „Eclaircissements historiques", auf die Nonnotte wiederum 1774 eine „Réponse aux Éclaircissements historiques et aux additions“, nachlegte.

1772 veröffentlichte er ein Werk mit dem Titel: „Dictionnaire philosophique de la religion": Dieses sollte eine Art Gegenentwurf zu Voltaires „Dictionnaire philosophique portatif" darstellte. In seiner wichtigsten Schrift versuchte er alle Einwände gegen die Religion zurückzuweisen und zu wiederlegen.

Nonnotte ist ein sehr gutes Beispiel für einen Autor, der eine genaue Vorstellung von der Materie seines Artikels hat und diese auch gegen die Strömungen der Zeit zu verteidigen bereit ist. Seine Abhandlungen und sein Disput mit Voltaire, einem der meistgelesenen französischen Literaten der Aufklärung, zeigen, dass er sich nicht scheute, sich auch mit philosophischen Aspekten und Weltanschauungen auseinander zu setzen. Allerdings bleibt er in seinem theologischen Weltbild und lässt eine andere Betrachtung in Bezug auf Fragen der Religion kategorisch nicht zu.

Interessant ist auch die Form, in der Nonnotte seinen Artikel aufbaut. Er beginnt ihn mit einer Frage und versucht diese im Laufe seiner Abhandlung zu beantworten. Diese Form wurde zwar auch in anderen Lexikon-Artikeln verwendet, wobei hier die eingeschobenen Fragen den Zweck eines Absatzes hatten, Nonnotte orientiert sich aber wohl eher an dem Katechismus. Dieser sollte, gerade in der Frühen Neuzeit, eine Unterweisung in die Grundfragen des christlichen Glaubens darstellen und letztlich soll ja auch der Artikel von Nonnotte genau darauf Antworten für die Leser geben.

Der dritte ausgesuchte Artikel befasst sich nun direkt, als einer der ersten explizit mit dem Begriff Religionsphilosophie. Er stammt aus dem Brockhaus´Konversations=Lexikon (Vierzehnte vollständig neubearbeitete Auflage. Neue revidierte Jubiläums-Ausgabe. Dreizehnter Band, Pesa-Ruder. Mit 43 Bildertafeln, darunter 15 Chromtafeln, 37 Karten und Nebenkarten, 177 Textabbildungen, sowie 10 Textbeilagen ), Leipzig F.A. Brockhaus 1908.

Religionsphilosophie, die Wissenschaftliche Erkenntnis des allgemeinen Wesens der Religion, ihrer psychol. Gesetze und ihrer geschichtlichen Erscheinungsform. Eine R. gibt es streng genommen erst, wenn die Erkenntnis gereift ist, daß die Religion mehr sei, als ein System von übernatürlich mitgeteilten und mit äußerm Autoritätsglauben aufzunehmenden Glaubenssätzen; daß das Auftreten solcher Glaubensätze nur eine von den Erscheinungsformen des religiösen Lebens sei, die im engsten Zusammenhang mit allem übrigen aus dem Wesen der Religion und ihrer geschichtlichen Entwicklung verstanden werden müsse. Wie das religiöse Leben selbst ein wesentliches Moment im geistigen Leben der Menschheit überhaupt, so bildet die R. einen wesentlichen Bestandteil der Geistesphilosophie. Von der dogmatischen Theologie unterscheidet sie sich nicht sowohl durch ihren Gegenstand als durch ihr rein philos. Interesse, sofern in ihr nicht, wie in jener, das christl.=religiöse Bewusstsein über sich selbst, sondern der wissenschaftliche Geist über die Eigentümlichkeit des religiösen Bewusstseins klar zu werden sucht. Zur allgemeinen Religionsgeschichte endlich verhält sich die R. wie deren principieller Teil zur empirischen Ausführung. Im Unterschied von der R. als einer Frucht der neueren Philosophie hat man die frühere Art ihre Gegenstände zu behandeln, nur als „religiöses Philosophieren“ zu bezeichnen; so die philosophisch angeregten Spekulationen der Gnostiker und der jüd. und christl. Alerandriner, trotz der Abhängigkeit derselben von Platonischer Philosophie. Ebenso waren die mittelalterliche Scholastik, die nur die objektive Wahrheit des kirchlichen Dogmas durch scharfsinnige Reflexionen erweitern wollte, und die der Scholastik sehr verwandte altprot. Dogmatik noch nicht im Stande, sich auf den religionsphilos. Standpunkt zu erheben. Der erste wirkliche Versuch einer R. ist die Kantsche „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (Königsb. 1793). [6] Dieselbe hat es freilich mehr mit einer Zurückführung der christl. Glaubenslehre auf die Grundidee eines religiösen Moralismus als mit einer wirklichen Erörterung des Wesens der Religion und ihrer geschichtlichen Erscheinung zu thun. Eine spekulative Entwicklung der Religiösen Idee hat in großartiger Weise Hegel in seiner „Vorlesung über die Philosophie der Religion“ ( 2. Aufl., 2 Bde., Bd. 11 und 12 der „Werte“, Berl. 1840; mit Kommentar hg. Von Bolland, Leiden 1901 fg.)[7] gegeben doch behandelt er die Religion zu einseitig als eine unvollkommene Form metaphysischen Erkennens, um den wirklichen Gesamtumfang ihres Wesens wie ihrer Erscheinungsform gerecht erden zu können, was besonders in der Umdeutung des Christentums zu seiner, der hegelschen Philosophie hervortrat. Den Grund zu einer echt psychol. Und histor. Behandlung der R. hat Schleiermacher (f.b.) gelegt, der namentlich den Unterschied des religiösen Denkens vom philosof. Erkennen zuerst festgestellt hat. (S. Religion) Nach ihm und neben ihm hat auch die Herbartsche Frießsche Schule sich um die R. verdient gemacht – Vgl. Vleiderer , R. auf geschichtlicher Grundlage (Berl. 1878; 3 Aufl., ebd 1896.); Teichmüller, Religionsphilosophie (Bresl. 1886); F von Hartmann, Religionsphilosophie (Tl. 1, 2. Aufl.; Bd. 5 der „ausgewählten Werke“, Lpz. 1888); Rauwenhoff, Religionsphilosophie (Deutsch Braunschw. 189); Sendel, R. im Umriß ( Freib.i. Br. 1893);Siebed, Lehrbuch der R. (ebd. 1893); Sabatier, Esquisse d´une philosophie de la religion (Par. 1879; Deutsch Freib. i. Br. 1898); Tiele, Einleitung in die Religionswissenschaft (2 Tle., Gotha 1899-19009); Sucken, Der Wahrheitsgehalt der Religion (Lpz. 1901); Höffding, Religionsphilosophie (aus dem Dänischen, ebd. 1901); Runze Katechismus der R. (ebd. 1901); sowie die Religions=wissenschaftlichen Schriften von Max Müller (s.d.).

Der Artikel selbst, im Gegensatz zu den Artikeln „Religion“ und „Philosophie“ ist relativ knapp und kurz gehalten. Dennoch umfasst er fast eine ganze Spalte und ist als eigener Artikel in ein Lexikon aufgenommen worden, was nicht in allen Lexika-Reihen aus dieser Zeit der Fall war.

Der F.A. Brockhaus Verlag, erwarb im Jahre 1808 in Leipzig die Rechte an dem noch unvollständigen „Conversations Lexikon“ und stellte bis es zur Erstauflage im Jahre 1810 fertig. An der ausgewählten 14. Auflage wurden also schon etliche Änderungen und Verbesserungen vorgenommen. Der Autor des Artikels „Religionsphilosophie“ ist leider unbekannt, aber dennoch ist sein Artikel sehr interessant.

Von der Vorstellung und Präsentation gibt sich der Artikel sehr „modern“ und weist sehr viele Parallelen zu dem folgenden Vergleichsartikel auf. Der Verfasser zeigt, dass man sich mit dem Themenfeld der Religionsphilosophie nur befassen kann, wenn man sich von der Religion als einem „System von übernatürlich mitgeteilten und mit äußerem Autoritätsglaube aufzunehmenden Glaubenssätzen“ los sagt. Nur dann kann die Religionsphilosophie als ein Teilgebiet der Geistesphilosophie funktionieren. Dem Autor ist klar, dass diese Auffassung von der kirchlichen Seite nicht akzeptiert werden kann, weil sie sich grundlegend von der dogmatischen Theologie unterscheidet. Nach dieser grundlegenden Feststellung, dass dieses noch „relativ“ neue Teilgebiet der Philosophie nur funktioniert, wenn Vorstellungen, die bis ins 16. Und 17. Jahrhundert weitgehend undenkbar gewesen wären, überwunden werden, geht der Autor zur historischen Entwicklung des Begriffes über. Hierbei wird nun der Ursprung sehr früh gelegt, bei den Gnostikern, den Juden und der platonischen Philosophie und dies, obwohl der Autor auf die Vorlesung von Hegel über die Philosophie der Religionen verweist und somit Kenntnis darüber hat, wann der Begriff Religionsphilosophie zum ersten Mal verwendet wurde:

„Wenn wir oben sagten, daß die Philosophie die Religion zum Gegenstande ihrer Betrachtung mache, und wenn nun diese Betrachtung die Stellung zu haben scheint, daß sie von ihrem Gegenstande verschieden ist, so scheint es, daß wir noch in jenem Verhältnisse stehen, wo beide Seiten gegeneinander unabhängig sind und getrennt bleiben. Im Verhältnisse dieser Betrachtung würden wir dann aus jener Region der Andacht und des Genusses, welche die Religion ist, heraustreten, und der Gegenstand und die Betrachtung, als die Bewegung des Gedankens, würden so verschieden sein, wie z. B. die Raumfiguren in der Mathematik vom betrachtenden Geiste verschieden sind. Allein das ist nur das Verhältnis, wie es zunächst erscheint, wenn die Erkenntnis noch in jener Entzweiung mit der religiösen Seite steht und die endliche ist. Vielmehr, sehen wir nur näher zu, so zeigt es sich, daß in der Tat der Inhalt, das Bedürfnis und das Interesse der Philosophie mit dem der Religion ein gemeinschaftliches ist.

Der Gegenstand der Religion wie der Philosophie ist die ewige Wahrheit in ihrer Objektivität selbst, Gott und nichts als Gott und die Explikation Gottes. Die Philosophie ist nicht Weisheit der Welt, sondern Erkenntnis des Nichtweltlichen, nicht Erkenntnis der äußerlichen Masse, des empirischen Daseins und Lebens, sondern Erkenntnis dessen, was ewig ist, was Gott ist und was aus seiner Natur fließt.(…) So fällt Religion und Philosophie in eins zusammen; die Philosophie ist in der Tat selbst Gottesdienst, ist Religion, denn sie ist dieselbe Verzichtung auf subjektive Einfälle und Meinungen in der Beschäftigung mit Gott. Die Philosophie ist also identisch mit der Religion; aber der Unterschied ist, daß sie es auf eigentümliche Weise ist, unterschieden von der Weise, die man Religion als solche zu nennen pflegt. Ihr Gemeinsames ist, Religion zu sein; das Unterscheidende fällt nur in die Art und Weise der Religion. In dieser Eigentümlichkeit der Beschäftigung mit Gott unterscheiden sich beide. Darin aber liegen die Schwierigkeiten, die so groß scheinen, daß es selbst für Unmöglichkeit gilt, daß die Philosophie eins mit der Religion sein könne.“[8]

Der Autor verweist im Folgenden zunächst auf die lange Entwicklungsspanne und das die Verfasser von Artikel etc., vor allem im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, nicht in der Lage waren, durch die christliche Dogmatik, sich auf den Standpunkt der Religionsphilosophie zu begeben.

Den ersten Versuch in diese Richtung unternahm Immanuel Kant 1793 mit seinem Werk: „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“. In diesem Werk entwickelt Kant eine philosophische Religionsvorstellung, die auf der menschlichen Vernunft beruht.

Nachdem diese Hindernisse überwunden waren, waren Menschen wie Hegel oder Schleiermacher in der Lage, sich mit der Problematik auseinander zu setzen, ohne Angst vor Verfolgung oder Bestrafung zu haben. Der letzte Abschnitt des Artikels im Brockhaus-Konversationslexikon ist nur noch ein ausführlicher Literaturverweis. Wobei der Autor hierbei Wert darauf legt, dass Themengebiet größtmöglich, sowohl von theologischer als auch von philosophischer Seite aus abzudecken. Neben dem Katechismus, der bei dem Thema Religionsphilosophie natürlich nicht fehlen darf, wird auf eine Reihe von Texten und Autoren verwiesen, die sich mit dem Thema Religion und Philosophie befasst haben. Am interessantesten sind die Verweise auf (Friedrich) Max Müller, Harald Höffding (Høffding), Gustav Teichmüller und Maximilian Runze.

Max Müller (1823-1900) war ein Sprach- und Religionswissenschaftler, der vor allem für seine zahlreichen Übersetzungen bekannt wurde. Dennoch setzte er sich auch intensiv mit der Religion und Philosophie auseinander und der angegebene Verweis zielt wohl auf sein Werk „Natürliche Religion“[9], zuerst erschienen in Leipzig 1890, ab.

Der zweite Verweis zielt, allem Anschein nach, auf Harald Høffding (1843-1931) ab, einen in seinem Heimatland Dänemark sehr geachteten Philosophen. Das angegebene Werk, „Religionsphilosophie“ [10], ist ein Teil aus seiner Geschichte der Philosophie.

Auch der Verweis auf den deutschen Philosophen Gustav Teichmüller (1832-1888) ist interessant. Dieser legte seinen Forschungsschwerpunkt zwar auf Aristoteles und Kant, befasste sich aber dennoch auch mit Religionsphilosophie. Diese Thematik behandelt er in seinem 1886 in Breslau erschienen Werk „Religionsphilosophie“[11].

Der vorletzte Verweis auf Maximilian Runze (1849-1931) ist interessant, weil auf den oben genannten Katechismus der Religionen angespielt wird. Maximilian Runze war ein deutscher Pfarrer und setzte sich, neben dieser und noch weiteren Tätigkeiten, auch mit Immanuel Kant und dessen Philosophie auseinander. Dieses geschah in dem von ihm 1881 in Berlin veröffentlichten Festvortrag: „Kant's Bedeutung auf Grund der Entwicklungsgeschichte seiner Philosophie“[12].

Der Artikel Religionsphilosophie aus dem 1908 erschienen Brockhaus´Konversations=Lexikon verweist also auf sehr aktuelle Artikel und ist somit nahe am Forschungsstand und am „Zeitgeist“, allerdings liegt der Fokus der Verweise und auch der Artikel selbst, wesentlich mehr im Bereich der Geistesphilosophie als in der Religion.

Im Vergleich hierzu wird im Folgenden auf einen „modernen“ Artikel zur Religionsphilosophie eingegangen, um zu zeigen, wie sich diese in Lexikon-Artikel entwickelt hat.

Anton Hügli und Poul Lübcke sind die Herausgeber und Mitverfasser des Philosophie Lexikon – Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Das im Jahre 2009 erstmals aufgelegte Lexikon ist ein sehr fachspezifisches und beinhaltet nur Artikel aus dem Bereich der Philosophie. Die Teildisziplin Religionsphilosophie erhält einen eigenen Artikel mit folgendem Inhalt:

„Religionsphilosophie“, philos. Theorie der Religionen. R. läßt sich auf doppelte Weise verstehen. 1. Philos. Betrachtung der Religion als „positiver“ Religion, d.h. als vorliegende – psychologische, soziale, historische - Wirklichkeit, als Äußerung des Menschen. Die R. in diesem Sinn sucht Charakter und Bedeutung der religiösen Phänomene aufzuklären. 2. Philos. Betrachtung des Inhalts von Religion, d.h. philos. Untersuchung der religiösen Grundfragen wie der Frage nach Wesen und Existenz Gottes (vgl. Gottesbeweis ); nach dem Verhältnis zwischen Gott und Welt und nach dem Bösen. Eine solche R. wird oft Metaphysik genannt; doch kann es bei R. in diesem Sinne um zwei entgegen gesetzte Bestrebungen handeln: Einerseits kann sie sich positiv an eine Religion anschließen und als philos. Theologie versuchen, deren Behauptungen zu begründen. Andererseits kann sie als Religionskritik auftreten, indem sie eine bestimmte Religion oder die Religion überhaupt kritisch diskutiert (vgl. u.a. Feuerbach[13] und Nietzsche[14]).“

Der vorangegangene Artikel ist ein moderner Artikel des 21. Jahrhunderts und zeigt, wie sich ein fachspezifischer Lexikon-Artikel der Moderne zusammensetzen kann. Der Artikel richtet sich, genauso wie das Lexikon, an ein Fachpublikum. Dies erklärt auch den Aufbau und die Wortwahl des Artikels.

Der Artikel steht, neben vielen anderen, für die heutige, moderne Form eines Lexikon – Artikels zum Themenbereich „Religionsphilosophie“, der nicht mehr nur noch Teilgebiete wie die Religion oder die Philosophie betrachtet, sondern das Gesamte als eine Teildisziplin der Theologie und der Philosophie.

Der Artikel selbst ist relativ kurz gehalten und gliedert sich in zwei Teil auf. Einmal eine zweiteilige Definition von Religionsphilosophie in der Religionsphilosophie als

  • Erklärer von religiösen Phänomenen
  • und als philosophische Untersuchung der religiösen Grundfragen

Im zweiten Teil des Artikels geht der Verfasser auf die unterschiedlichen Arten der Auseinandersetzung mit dem Thema Religionsphilosophie ein. So kann diese als positiver Erklärungsversuch für Religion genutzt werden oder als negative Religionskritik. Hierbei fügt er Feuerbach und Nietzsche als Beispiele für vorrangegangenes (Kritik) an.

Feuerbach betrachtet Religion von einem sehr kritischen Standpunkt aus, was sich, auch schon in der Gliederung, seines Werkes „Das Wesen des Christentums“ zeigt. Als Beispiel dafür ein kurzer Auszug aus diesem Werk:

„Unterschied zwischen dem Göttlichen und Nichtgöttlichen, dem Anbetungswürdigen und Nichtanbetungswürdigen.Und hier gilt daher ohne alle Einschränkung der Satz: Der Gegenstand des Menschen ist nichts andres als sein gegenständliches Wesen selbst. Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott: soviel Wert der Mensch hat, soviel Wert und nicht mehr hat sein Gott. Das Bewußtsein Gottes ist das Selbstbewußtsein des Menschen, die Erkenntnis Gottes die Selbsterkenntnis des Menschen. Aus seinem Gotte erkennst du den Menschen und wiederum aus dem Menschen seinen Gott; beides ist eins. Was dem Menschen Gott ist, das ist sein Geist, seine Seele, und was des Menschen Geist, seine Seele, sein Herz, das ist sein Gott: Gott ist das offenbare Innere, das ausgesprochne Selbst des Menschen; die Religion die feierliche Enthüllung der verborgnen Schätze des Menschen, das Eingeständnis seiner innersten Gedanken, das öffentliche Bekenntnis seiner Liebesgeheimnisse.[15]

Nietzsche geht bei seiner Kritik noch wesentlich weiter. Gerade sein spätes Werk Der Antichrist ist eine polemische Kritik am Christentum als gesamtes:

„Man soll das Christentum nicht schmücken und herausputzen: es hat einen Todkrieg gegen diesen höheren Typus Mensch gemacht, es hat alle Grundinstinkte dieses Typus in Bann getan, es hat aus diesen Instinkten das Böse, den Bösen herausdestilliert: - der starke Mensch als der typisch Verwerfliche, der "verworfene Mensch". Das Christentum hat die Partei alles Schwachen, Niedrigen, Mißratnen genommen, es hat ein Ideal aus dem Widerspruch gegen die Erhaltungs-Instinkte des starken Lebens gemacht; es hat die Vernunft selbst der geistig stärksten Naturen verdorben, indem es die obersten der Geistigkeit als sündhaft, als irreführend, als Versuchungen empfinden lehrte. Das jammervollste Beispiel: die Verderbnis Pascals, der an die Verderbnis seiner Vernunft durch die Erbsünde glaubte, während sie nur durch sein Christentum verdorben war![16]

Da im vorangegangen Text öfter Kant zur Sprache kam, folgt noch ein Ausschnitt, der sich mit ihm und seinen Werken befasst:

„Ein Wort noch gegen Kant als Moralist. Eine Tugend muß unsre Erfindung sein, unsre persönlichste Notwehr und Notdurft: in jedem andern Sinne ist sie bloß eine Gefahr. Was nicht unser Leben bedingt, schadet ihm: eine Tugend bloß aus einem Respekts-Gefühle vor dem Begriff "Tugend", wie Kant es wollte, ist schädlich. Die "Tugend", die "Pflicht", das "Gute an sich", das Gute mit dem Charakter der Unpersönlichkeit und Allgemeingültigkeit - Hirngespinste, in denen sich der Niedergang, die letzte Entkräftung der Lebens, das Königsberger Chinesentum ausdrückt. Das Umgekehrte wird von den tiefsten Erhaltungs- und Wachstumsgesetzen geboten: daß jeder sich seine Tugend, seinen kategorischen Imperativ erfinde. Ein Volk geht zugrunde, wenn es seine Pflicht mit dem Pflichtbegriff überhaupt verwechselt. Nichts ruiniert tiefer, innerlicher als jede "unpersönliche" Pflicht, jede Opferung vor dem Moloch der Abstraktion. - Daß man den kategorischen Imperativ Kants nicht als lebensgefährlich empfunden hat! ... Der Theologen-Instinkt allein nahm ihn in Schutz![17]

Dapei100 12:39, 30. Sep. 2014

Vorstellung und Einordnung der Artikel von Autoren mit besonderen Intentionen - Ein Vergleich

Mit dem „Grammatisch-Kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ gab Johann Christoph Adelung, ein Wörterbuch zum Erhalt der Deutschen Sprache heraus. Adelung war ein deutscher Bibliothekar und Germanist und brachte sein Wörterbuch 1811 anhand der Regeln der damaligen deutschen Grammatik heraus. [18] Darin versuchte er fremdsprachliche Ausdrücke durch Wörter deutschsprachigen Ursprungs zu ersetzen und sie somit in die deutsche Sprache zu integrieren. Der Erhalt der Deutschen Sprache lag auch Joachim Heinrich Campe, einem deutschen Pädagogen und Verleger, am Herzen und so verfasste er mit seinem „Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke“ einen Ergänzungsband. [19] In diesem werden bestimmte Wörter aus Adelungs Wörterbuch näher erläutert und erweitert. Interessanterweise wird teilweise aber auch auf gänzlich andere Begriffe verwiesen. Hierzu gibt Campe die Definition der zu korrigierenden Begriffe wieder und kommentiert sie.

Ein Beispiel hierfür ist der Eintrag über den Begriff Philosophie. Im Eintrag aus Adelungs Wörterbuch findet sich der Verweis auf das Wort Weltweisheit.

Dieser Begriff erweist sich für Adelung als treffender, da es eine Umschreibung für den fremdsprachlichen Begriff Philosophie ist, aus welchem sich die Bedeutung nicht gleich bestimmen lässt. So ist der fremdsprachliche Begriff dem kundigen Leser zwar weitaus geläufiger, für den weniger gebildeten Laien ist dieser aber ein Fremdwort und nicht auf Anhieb verständlich.

Die Philosophie

„plur. inus. aus dem Griech. und Lat. Philosophia, die Sammlung solcher Wahrheiten, worin die Natur und Eigenschaften der Dinge vermittelst der Vernunft untersucht werden, und deren wissenschaftliche Erkenntniß. In diesem Verstande ist die Philosophie nach Errichtung der Universitäten ein Gegenstand einer eigenen Facultät geworden, welche den untersten Rang bekommen hat, die philosophische genannt wird, und den dreyobern oder höhern entgegen gesetzet ist. Die theoretische Philosophie, die Sammlung derjenigen Vernunftwahrheiten dieser Art, welche bloß zu Aufklärung des Verstandes dienen, zum Unterschiede von der praktischen, welche zunächst auf die Verbesserung des Willens abzielet. Im Deutschen ist das Wort Weltweisheit gangbar, welches bey weiten nicht so bescheiden ist, als der Griechische Ausdruck, welcher Liebe zur Weisheit oder Gelehrsamkeit bedeutet, aber dafür auch desto unbestimmter, und dem heutigen Gebrauche dieses Wortes nicht angemessen ist, S. Weltweisheit.“ [20]

Die Weltweisheit

„plur. car. die Kenntniß der natürlichen Dinge in der Welt, wie und warum sie sind, und die Sammlung der dazu gehörigen Vernunftwahrheiten; ein Ausdruck, welcher schon vor langen Zeiten statt des ausländischen Philosophie eingeführet worden; denn schon im Willeram ist Werltwiso, ein Philosoph. Dem Baue des Wortes nach ist es eigentlich denjenigen Lehren entgegen gesetzt, welche positiven oder willkührlichen Ursprunges sind, wohin besonders die Theologie und Rechtsgelehrsamkeit gehören, daher in manchen Fällen auch noch jetzt alle übrige Wissenschaften zur Weltweisheit oder Philosophie im weitesten Verstande gerechnet werden. Beyde Ausdrücke, so wohl der Griechische, Philosophie, eigentlich Liebe zur Weisheit und Gelehrsamkeit, d. i. zu deutlichen Begriffen, als der Deutsche, Weltweisheit, sind freylich sehr unbestimmt, allein in dem Deutschen ist das Unbestimmte merklicher und auffallender, als in dem ausländischen, und dieß ist vermuthlich die Ursache, warum Philosoph und Philosophie noch immer gewöhnlicher sind, als Weltweiser und Weltweisheit. Philosoph hat über dieß noch den Vortheil, daß sich davon das Adjectivum philosophisch bilden lässet, welches von Weltweisheit nicht angehet; indem weltweise, wenn es auch als ein Adjectivum üblich wäre, sich nur selten philosophisch würde gebrauchen lassen.“ [21]

Joachim Heinrich Campe gab mit seinem „Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke“ einen Ergänzungsband zu Johann Christoph AdelungsGrammatisch-Kritischem Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ heraus.

Schlägt man dort den Begriff Philosoph nach, wird man wiederum auf den Eintrag zum Begriff des Weltweisen verwiesen. Nach Campe ist dieser jedoch eine „von Pfaffen erfundene Spottbenennung“ [22] , wie auch die Begriffe Weltmensch und Weltkind.

Der Begriff Weltweiser sei gleich mit zwei Fehlern behaftet. Die Verbindung mit dem Wort Welt sei eher ein Begriff aus der Politik und Staatskunst und habe somit nichts mit der Bedeutung von Philosophie zu tun und könne deshalb nicht als Bei- oder Nebenwort für die Philosophie genutzt werden. [23]

Zudem sei mit Welt in diesem Zusammenhang auch wohl eher der Begriff weltlich gemeint, welcher als nähere Beschreibung für einen Weisen keiner Beachtung wert sei, da die Weisen sich, wie alle Menschen und Kinder, auf der Welt befinden und keiner höheren Macht angehören.

Weltweise, Weltmenschen und Weltkinder seinen keine festen Begriffe und somit für den Sprachgebrauch überflüssig. Diese Begriffe haben jedoch einen historischen Wert, denn sie gehen wohl auf eine frühere Benennung des Philosophen als Waldweisen zurück. Das Philosophieren schien eine übliche Beschäftigung während eines Waldspazierganges gewesen zu sein. Ob man sich jedoch ausschließlich zum Philosophieren in den Wald begeben hat, ist nicht belegt. Den Philosophen als Waldweisen zu benennen, scheint eine weitaus negativere Betitelung zu sein.

Campe verweist außerdem auf die Erklärung Adelungs zur Weltweisheit:“(…) die Kenntniß der natürlichen Dinge in der Welt, wie und warum sie sind, und die Sammlung der dazu gehörigen Vernunftwahrheiten;(…)" [24], weise dem Ausdruck Welt zwar eine nicht unpassende Beziehung an, doch sehe man dem erkünsteltem dieser Erklärung nicht die nähere Bestimmung des Wortes an. Der Begriff Weiser passe zwar zu einem ausübenden, nicht aber zu einem lehrenden Philosophen, was Adelungs Benennung des Philosophen als Weltweisen nicht ganz korrekt erscheinen lässt. So ist derjenige, der die Philosophie lehrt, ein anderer Philosoph als derjenige, der selbst philosophiert.

Weiter verweist Campe auf Cludius – gemeint ist vermutlich ein protestantischer Pfarrer namens Hermann Heimart Cludius –, der den Philosophen als Forscher bezeichnete und die Philosophie Vernunftsforschung nannte.

Campe selbst schlägt die Benennung als Vernunftswissenschaft vor, da diese Bezeichnung die beiden wissenschaftlichen Merkmale der sinnlichen und geistlichen Erkenntnis und das bloße wissenschaftliche Denken ausdrücke. So sei der Philosoph ein Vernunftsforscher oder Vernunftslehrer. Campe zitiert eine Stelle aus Gotthold Ephraim Lessings Drama Emilia Galotti „Der denkende Künstler ist noch eins so viel werth." und verweist auf das Synonym Denker, welches mit Philosoph gleichzusetzen sei. Im Kontext des Stückes geht es allerdings, um die Nichtigkeit eines Künstlers und seines Handelns über seine Kunst hinaus. Beschrieben wird der Konflikt zwischen Adel und Bürgertum, welches sich der herrschenden Schicht unterzuordnen hat und kein Recht auf freies Denken besitzt.

Mit dem Zitat eines weiteren Dichters Christoph Martin Wieland aus Poetische Werke in einem Bande: "Wo unsere Altweisen ein falsches Licht verführt." verweist Campe auf den Philosophaster, welcher als "Scheinphilosoph" gelte und ebenfalls als Denker zu bezeichnen sei.

Das Beispiel zeigt, dass der Konflikt eine Sache präzise in dessen Bedeutung zu benennen, unlösbar zu sein scheint, da der Kontext und der Sinn und Zweck der Sache sich stetig ändern. Selbst beim Versuch einen treffenden Begriff zu finden, bleibt das Ergebnis immer wieder mehrdeutig.


Es folgt nun der Vergleich zweier Ideologisch geprägter Werke von Buhr und Kosing .

Ein weiteres Beispiel dafür ist der Eintrag zur Philosophie in ideologisch geprägten Werken, wie dem „Marxistisch-leninistisches Wörterbuch der Philosophie“ aus dem Jahre 1972. [25]

Darin ist die Philosophie „(…)allgemein jede theoretisch begründete Ansicht vom Weltganzen und der Stellung der Menschen in ihm.“ Sie stelle eine Form des gesellschaftlichen Bewusstseins dar und stehe im Kontrast zu scheinbar ähnlichen Begriffen wie Religion, Glauben und Mythos. Die Philosophie sei im Gegensatz dazu eine Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungs- und Strukturgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens (Erkennens) sowie der Stellung des Menschen in der Welt.

Diese komplexe Erklärung direkt am Anfang des Eintrags ist der Vermittlung der ideologischen Wertvorstellung dieses Fachwörterbuchs zu schulden. Erst beim weiteren Lesen stößt man auf die Erläuterung anhand der Wortherkunft. Denn zunächst einmal handelt es sich um ein Wort griechischen Ursprungs, welches übersetzt nach Heraklit und Herodot Weisheits- oder Wissensliebebedeutet.

Desweiteren sei die Philosophie nach Platon und Aristoteles eine auf die letzten Prinzipien der Dinge gerichtete theoretische (spekulative) Beschäftigung.

Weiterhin verweist der Eintrag auf die Begriffe Stoa, Epikureismus, Atheismus, Patristik, Scholastik und Thomismus, welche erst mit Beginn der Neuzeit Beachtung finden.

Eine präzisere Definition findet sich erst zum Ende des Artikels hin:

„Aufgabe der Philosophie ist es, die allgemeinen Gesetze zu erforschen, die in allen Bereichen wirken – ihr Gegenstand sind die allgemeinen Bewegungs- und Strukturgesetze der Natur, der Gesellschaft, des Denkens (Erkennens). Auf dieser Grundlage entwickelt die Philosophie eine wissenschaftlich begründete Weltanschauung, deren Gegenstand der Mensch in all seinen Beziehungen zu anderen Menschen, zur Gesellschaft, zur Natur und Geschichte und nicht zuletzt – zu sich selber ist." [26]

Es folgt ein Verweis auf die Bürgerliche Philosophie nach Bacon, Descartes, Hegel und Feuerbach. Ebenso werden die zwei Grundrichtungen Materialismus und Idealismus erwähnt, bei welchen es sich bei allerdings um klar ideologisch geprägte Richtungen der Philosophie handelt.

In einem weiteren ideologisch geprägten Werk, dem „Wörterbuch der Philosophie“, ist die Struktur des Artikels eine andere. Jedoch ändert sich der Inhalt nicht gänzlich, da die ideologische Absicht die gleiche ist.

Der Eintrag beginnt, wie in den meisten enzyklopädischen Einträgen, mit der direkten Übersetzung des Wortes. So ist die Philosophie ein Wort griechischen Ursprungs und bedeutet die Liebe zur Weisheit.

Doch bereits im Anschluss folgt eine ideologisch geprägte Erklärung des Begriffs Philosophie. So sei diese ein theoretisch begründetes System zur Verdeutlichung einer Weltanschauung.

Im Unterschied zum Artikel im „Marxistisch-leninistisches Wörterbuch der Philosophie“ gibt es eine Erläuterung zur Entstehung der Philosophie. Diese sei erst in der Klassengesellschaft mit dem Zerfall des mythologischen Weltbildes entstanden. Wobei hier wieder auf die Mythologie verwiesen wird.

Es wird weiterhin auf Einträge zur Wissenschaft, zum gesellschaftlichen Bewusstsein und zur Weltanschauung verwiesen.

Die Philosophie ist, ein "(...) System weltanschaulicher Auffassungen über die Welt als ganzes, über die Entwicklung und ihre Gesetzmäßigkeiten in Natur, Gesellschaft und Denken, über den Menschen und sein Verhältnis zur Natur und Gesellschaft, über den Sinn und Ziele des menschlichen Lebens, über die Möglichkeiten des Menschen, Natur und Gesellschaft vermittels seiner aktiven praktischen und geistigen Tätigkeit zu erkennen und zu verändern."

Die Bürgerliche Philosophie gilt hier "(...) als Magd der Theologie (...)“ , um die Dogmen der Religion zu begründen. Damit verweise er auf einen weiteren Begriff, der Scholastik. In diesem Zusammenhang fehlt jedoch der Bezug zur damit verbundenen Religionsphilosophie. Um dem Konflikt zwischen unterschiedlichen Auslegungen von Religion und Philosophie aus dem Weg zu gehen, verzichtet der Eintrag darauf, näher auf den Begriff der Religionsphilosophie einzugehen.

Stattdessen wird die Definition der Bürgerlichen Philosophie in den Vordergrund gerückt:

„Die bürgerliche Philosophie entstand als theoretischer Ausdruck der Bourgeoisie in ihrem Kampf gegen die feudalen Verhältnisse und gegen die Dogmen der wissenschaftsfeindlichen theologisch-religiösen Weltanschauung."

Diese Art der Begriffserklärung findet sich in sämtlichen marxistisch-leninistischen Wörterbüchern wieder und unterstreicht den ideologischen Hintergrund des Werks.

Am Ende des Artikels überschneidet sich die Definition der beiden Wörterbücher wieder in den zwei großen Grundbegriffen Materialismus und Idealismus.

Letztlich lässt sich feststellen, dass diese beiden kommunistisch geprägten Werke ihren ideologischen Werten und Vorstellungen entsprechen, aber dennoch eine allgemeine Definition des Begriffs Philosophie geben.


Melissa Rohloff 11:29, 7. Okt. 2014

Fazit

Da sich der Begriff „Religionsphilosophie“ aus den Begriffen „Religion“ und „Philosophie“ zusammen setzt, ist es interessant auch jene einmal genauer zu betrachten. Im theologischen Kontext existierte eine relativ genaue Vorstellung davon, was der Begriff „Religion“ bedeutet. Auch mit dem Begriff „Philosophie“ entstehen, zwar bei jedem Menschen andere, Assoziationen. Bei dem zusammengesetzten Begriff „Religionsphilosophie“ ist dieses wesentlich schwerer, weil er zwei Bereiche berührt, die inhaltlich betrachtet sehr unterschiedlich sind und nicht sonderlich kompatibel. Glauben und Wissen.

Durch die beschränkte Auswahl der Werke lassen sich auch nur beschränkte Rückschlüsse auf diese und auf andere Lexikon-Artikel ziehen. Die ausgewählten und vorgestellten Artikel sollten einen Einblick geben, wie unterschiedlich in verschieden Lexika mit den Begriffen „Religion“, „Philosophie“ und Religionsphilosophie“ gearbeitet wird. Natürlich ist es kaum möglich einen Artikel wie „Religion“ mit einem Artikel „Philosoph“ oder „Philosophie“ zu vergleichen. Deshalb wurde als ein Teil der Begriffsgeschichte die Religionsphilosophie genauer betrachtet. Sie verbindet die beiden doch sehr unterschiedlichen Themengebiete und lässt Rückschlüsse auf beide zu. Die vorgestellten Artikel sind bewusst so gewählt worden, das sie ein breites Spektrum an Möglichkeiten, wie ein Lexikon-Artikel aufgebaut sein kann und was er leisten kann, abdecken. Es bleibt aber eine Auswahl.

Beim der Bearbeitung der Artikel ist aufgefallen, dass es drei „Arten“ von Autoren oder Herausgebern der Artikel in Bezug auf die näher betrachteten Artikel gibt. Einmal jenen, wie den Abt Claude François Nonnotte, der theologisch geprägt, auch nur Artikel schreibt, die sich mit Glaube und Kirche befassen und Zweifel daran kategorisch, aus Überzeugung, nicht zulässt. Diese „Art“ von Autor ist natürlich nicht nur in der Theologie zu finden. Dann jenen wie Gottlob Heinrich Heise, der Artikel veröffentlicht, in denen aber nur auf andere Werke und Autoren verwiesen wird und das eigentliche Thema, sei es wegen nicht vorhandenem Platz oder anderen Gründen, nicht behandelt wird. Und jene die, wie wir es heute von einem Artikel erwarten, mehrere Betrachtungsweisen eines „Begriffes“ zulassen. So wie in dem ausgewählten Beispiel aus dem Brockhaus´Konversations=Lexikon. Der Artikel versucht neutral und objektiv das Phänomen der „Religionsphilosophie“ zu beleuchten ohne eine Position einzunehmen oder zu werten. Auch die Verweise sind dahin gehend gewählt.

Natürlich sind von heutigem Standpunkt aus betrachtet letztere Artikel die informationstechnisch interessantesten. Allerdings dürfen und können heutige Maßstabe nicht auf Lexikon-Artikel des 16. Und 17. Jahrhunderts übertragen werden. Auch darf die Intention der Verfasser nicht außer Acht gelassen werden, denn diese ist letztlich maßgeblich für Aufbau und Inhalt des Artikels. Da sich bei einigen Artikeln der Verfasser nicht genau zuordnen ließ ist es schwer etwas über die Intentionen dieser zu sagen, auch wenn alle ihn aus einem bestimmten Grund geschrieben haben werden. Auch wenn es nur der finanzielle Aspekt war.

Die besondere Intention wird gerade bei Claude François Nonnotte und dem Aufbau seines Artikels zu dem Thema „Was ist Religion?“ deutlich. Im 16. Jahrhundert geboren und an einem Jesuitenkolleg ausgebildet hatte er eine besondere Bindung zur Theologie und ein enormes Wissen über sie. Er setzte sich Zeit seines Lebens mit der christlichen Dogmatik auseinander und hatte genaue Vorstellungen über den Inhalt von Begriffen wie „Religion“ oder „Gottesdienst“. Aus diesem Grund und wahrscheinlich aus seiner Frömmigkeit heraus zweifelte er nie an seinem theologischen Weltbild und gab dieses auch in seinem Artikel so wieder. Interessant ist auch, dass er seinen Disput mit Voltaire von einem theologischen Standpunkt aus betreibt und das obwohl Voltaire auch ein Jesuitenkolleg durchlaufen hatte und theologisch ähnlich gebildet war. Nonnotte weist in seinen Schriften vehement alle Einwände gegen die Religion zurück und versucht diese zu wiederlegen und das obwohl auch er sich, gerade im Disput mit Voltaire, mit philosophischen Aspekten der Weltanschauung auseinader gesetzt hatte. Er bleibt in seinem theologischen Weltbild und lässt keine anderen Betrachtungen in Bezug auf die „Religion“ zu. Diese spiegelt sich schon in dem ersten kurzen Artikel über Religion wieder. In Bezug auf Nonnotte ist es auch interessant, dass er der einzige Autor ist, der es nicht für nötig hält sein „Wissen“ zu belegen. Er schreibt in seinem Artikel das, was er, von seinem Standpunkt aus betrachtet, für richtig hält.

Andere Autoren gehen mit diesem Thema völlig anders um. Die wissenschaftlichen Standards von heute, gerade in Bezug auf Quellen- und Literaturverweise, lassen sich auf den Zeitraum der ausgewählten Werke nicht übertragen. Während Nonnotte keinen Verweis gibt, beschränkt sich Gottlob Heinrich Heise in seinem Artikel „Philosoph“ nur auf solche. Mit der Begründung des nichtvorhandenen Platzes und dem ständigen Wandel des Inhaltes zum Thema Philosoph und Philosophie verweist er auf einige Werke, wo diese Themengebiet besser behandelt wird. So verweist er zum Beispiel auf Campe und auf Kant, für seine Zeit recht moderne Werke, und auf Klassiker wie das „Zedlersche Universallexicon“. Seine Intention hierfür bleibt nicht nachvollziehbar. Als Buchhändler verfügte er zwar über eine reiche Auswahl an Werken, aber in einem von ihm herausgegeben Werk nur auf die „Konkurrenz“ zu verweisen ohne einen „wirklichen“ eigenen Artikel zu veröffentlichen, scheint nicht besonders wirtschaftlich.

Am interessantesten ist hierfür das Werk, welches als letztes vorgestellt wurde. Der Artikel „Religionsphilosophie“ aus dem Brockhaus´Konversations=Lexikon von 1908 kommt dem, was der heutige Leser von einem Lexikon-Artikel erwartet am nächsten und zeigt, welche Fortschritte im Bereich der „Standards“ gemacht wurden. Gerade in Bezug auf den „modernen“ Vergleichsartikel „Religionsphilosophie“, aus Anton Hügli und Poul Lübcke Philosophie Lexikon – Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, wird diese ersichtlich.

Der Brockhaus Artikel zeigt, welchen Informationen ein Artikel für den Leser bereitstellen muss und wie er diese belegen muss. Rein inhaltlich betrachte lassen sich schon äußere Einflüsse erkennen. Mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts wandelt sich, gerade in der Philosophie, das Bild von der „Religion“. Zunächst gilt Gott zwar noch als der „Schöpfer“, jedoch ohne Einfluss auf seine Schöpfung. Bei Voltaire wird der christliche Glaube zur praktisch nützlichen Illusion und mit „Kant erscheint die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft mit ihren Geboten nur noch haltbar nach der Maßgabe reiner praktischer Vernunft und ihres abstrakt formulierten Sittengesetzes, des kategorischen Imperativs; Gott wird zu einer davon theoretischen Annahme, d.h. einem Postulat“ [27]

In dem Brockhaus Artikel wird der Leser zunächst einmal auf diese notwendige geschichtliche Entwicklung hingewiesen. Ohne eine Ablösung von den strengen dogmatischen Vorstellungen wäre eine Entwicklung hin zu der Religionsphilosophie nicht möglich gewesen. Dem Leser werden die dafür wichtigsten Denker, Kant und Hegel, und deren wichtigstes Werk vorgestellt. Auch die folgenden Verweise sind sehr zahlreich und ermöglichen es dem Leser, durch nachvollziehbare Angaben, selber auf die Suche nach weiteren Artikeln zu gehen. Egal, ob diese sich nun mit der Religionsphilosophie beschäftigen oder gerade gegen die „Religion“ als solches sind. Es zeigt sich eine Entwicklung, die zu der Zeit und aus der Feder von zum Beispiel Nonnotte undenkbar gewesen wäre. Aber gerade dieser „moderne“ Artikel sagt viel über den Leser und den Autor aus. Im Vergleich zu dem „modernen“ Artikel hat sich in der fast hundertjährigen Entwicklung nicht mehr sonderlich viel getan, außer das er sich, gegeben durch das Lexikon in dem er veröffentlicht wurde, an ein Fachpublikum richtet. Dennoch ist er auf für Laien verständlich und entspricht allen heutigen Erwartungen an einen Lexikon-Artikel. Er gibt eine Definition des behandelten Gegenstandes und verweist auf die immer weiter gehende Ausdifferenzierung des Begriffes „Religionsphilosophie“. Diese kann nämlich sowohl ein positiver Erklärungsversuch sein, oder negative Religionskritik. Gerade der Verweis auf Nietzsche ist für letzteres sehr anschaulich.

In Bezug auf die Frage, ob Verweise auf andere Verfasser von Texten gemacht wurden, hat sich gezeigt, dass sich (nicht nur bei den vier vorgestellten Artikeln) einige Autoren besonders hervorgetan haben. Zu nennen in Bezug auf die Religionsphilosophie wären hierbei vor allem Georg Wilhelm Friederich Hegel, als der „Namensgeber“, und Immanuel Kant, als einen der wohl Einflussreichsten und bedeutendsten Philosophen der Neuzeit. Keiner der betrachteten Artikel zum Thema „Religionsphilosophie“ kam ohne einen Bezug auf diese beiden Denker aus und eine Religionsphilosophie als Teilgebiet der Geistesphilosophie wäre ohne sie heute wohl kaum denkbar. Die ausgewählten Artikel, außer natürlich der des Abtes Nonnotte, zeigen damit sehr schon den Netzwerkcharakter der Lexikonartikel. Wobei sich auch hier eine tendenzielle Entwicklung erahnen ließ. Je „moderner“ die Artikel wurden, gerade ab dem 19. Jahrhundert, desto besser und reichhaltiger wurden die inhaltlichen Verweise. Diese Entwicklung führte letztlich zu den heutigen Standards, die der Leser an einen Lexikon-Artikel stellen kann.

In Bezug auf Verweise ist es auch interessant, dass es immer wieder Worte gibt, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in Erscheinung treten sich aber dann nicht dauerhaft im Sprachgebrauch festigen können. Diese fiel in Bezug auf die Betrachteten Artikel besonders bei dem Wort „Weltweiser“ welches synonym für Philosoph gebraucht wurde. Auch wenn es für die Entstehung dieses Wort gute Gründe gab und zeitgenössische bekannte Autoren, wie etwa Campe, diesen Begriff verwendeten, konnte er sich letztlich nicht durchsetzten. Er hatte in der deutschsprachigen Literatur eine kurze Blütezeit, vermochte aber den gefestigten Begriff „Philosoph“ nicht zu ersetzten.

Ab wann sich eine „Ausdifferenzierung“ im Bereich der Religionsphilosophie in Lexika-Artikeln fassen lässt, konnte nicht genau geklärt werden. Allerdings war eine Auseinandersetzung in Lexika-Artikeln erst möglich, als die Autoren und die Leserschaft dafür bereit waren. Erst im Zuge der Aufklärung konnte an den „christlichen Werten“ gerüttelt werden und andere, theologisch abweichende, Meinungen konnten gefahrlos vertreten und gedruckt werden.

Dapei100 17:45, 30. Sep. 2014

Ein Wörterbuch- oder Lexikoneintrag ist im 18. Jahrhundert noch nicht nach einer bestimmten Norm verfasst, was bedeutet, dass der Aufbau, die Struktur und die Belege ganz unterschiedlich ausfallen. Auch die Intention mit der eine Enzyklopädie verfasst wird, ist sehr vielfältig.

So ist es im Falle Campe/Adelung die Absicht nach einer festgeschriebenen grammatikalischen Regelung der deutschen Sprache, die den Inhalt bestimmt. Bei Kosing/Buhr,Klaus ist es ein ideologischer Hintergrund, der für die Auswahl und Beschreibung der Inhalte verantwortlich ist. Das Wissen wird also selektiert und dem Leser werden nur die Informationen übermittelt, die mit der Absicht des Autors einher gehen.

Nimmt man zum Beispiel die Begriffe Philosophie bzw. Religionsphilosophie heraus, findet man in jedem fast Nachschlagewerk einen passenden Eintrag. Die Länge und Genauigkeit der Artikels variieren zwar, doch die Bedeutung bleibt die Gleiche. Egal ob in einem konventionellen oder ideologisch beeinflussten Werk, wird die Bedeutung nicht verändert. Die wörtliche Übersetzung und die Definition wiederholen sich ohne Ausnahmen. Es gibt lediglich einige Variationen an Zusätzen, Abweichungen und Kommentaren, die der Begriffserläuterung zugefügt werden. Weder die Wortbedeutung noch die Orthographie hat sich verändert. Die Bedeutung wurde lediglich in bestimmten Kontexten erweitert.

Wie im Beispiel Campes konnten sich deutsche Synonyme wie Wald- oder Weltweisheit gegenüber dem Begriff der Philosophie nicht etablieren. Die Philosophie scheint ein zeitloser Begriff, der von seinem Ursprung her eindeutig definiert ist. Im Laufe der Zeit haben sich zwar etliche Abwandlungen, wie die Religionsphilosophie ergeben, doch die eigentliche Bedeutung ist bis heute erhalten geblieben. Im Vergleich zu den Anfängen der Enzyklopädien sind die heutigen Artikel weitaus ausführlicher und übersichtlicher aufgebaut. Vor allem im Zeitalter der Aufklärung wurden die Einträge zur Philosophie stark verkürzt. Die Einträge sind meist nur 2 bis 3 Spalten lang, was im Vergleich zum jeweiligen Gesamtwerk sehr wenig erscheint.

Zudem wiederholen sich die Verweise meist, sodass sich eine einseitige Informationsdarbietung ergibt. Viele Einträge sind lediglich aus anderen Werken kopiert oder ohne Belege übernommen worden.

Manche Quellen sind zwar angegeben, aber aufgrund fehlender Überlieferungen nicht zurückverfolgbar. Einige Autoren führen ausschließlich Verweise an, die nicht mehr nachvollziehbar sind, die Meisten jedoch kennzeichnen zumindest Ergänzungen und geben weiterführende Literatur an. Die fehlenden oder unvollständigen Angaben erschweren die genaue Rückverfolgung der Quellen und Zitate, was die wissenschaftliche Arbeit erschwert oder gar unmöglich macht.

Melissa Rohloff 11:38, 7. Okt. 2014

Quellen-Literaturverzeichnis

Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Wien 1811.

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Brockhaus´Konversations=Lexikon (Vierzehnte vollständig neubearbeitete Auflage. Neue revidierte Jubiläums-Ausgabe. Dreizehnter Band, Pesa-Ruder. Mit 43 Bildertafeln, darunter 15 Chromtafeln, 37 Karten und Nebenkarten, 177 Textabbildungen, sowie 10 Textbeilagen ), Leipzig F.A. Brockhaus 1908.

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Höffding, Harald: Geschichte der Neueren Philosophie. Eine Darstellung der Geschichte der Philosophie von dem Ende der Renaissance bis zum Schlusse des 19. Jahrhunderts. Unter Mitwirkung des Verfassers aus dem Dänischen ins Deutsche übersetzt von F. Bendixen, Leipzig 1921.

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Kant, Immanuel: Kant´s Werke, Band V: Kritik der praktischen Vernunft. Kritik der Urteilskraft, Berlin 1913.

Kant, Immanuel: Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Herausgegeben von Michael Holzinger, Berlin 2013, 2. Auflage.

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Nolte, Hans-Heinrich Weltgeschichte: Imperien, Religionen und Systeme; 15. - 19. Jahrhundert, Wien 2005.

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Polenz, Peter von; Moulin, Claudine [Bearb.]: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. 1. Einführung, Grundbegriffe, 14. bis 16. Jahrhundert; 2., überarb. und erg. Aufl., Berlin 2000.

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Zedler, Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, 1731-1754.

Weblinks

Deutsche Biographie (NDB / ADB): http://www.deutsche-biographie.de., letzte Einsicht erfolgte am: 25.08.2014.

Münchener DigitalisierungsZentrum: http://lexika.digitale-sammlungen.de/adelung/online/angebot., letzte Einsicht erfolgte am: 07.10.3014.

Zedler: Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, 1731-1754. Auch einzusehen unter: http://www.zedler-lexikon.de, letzte Einsicht erfolgte am: 31.08.2014.

Einzelnachweise

  1. Vgl.Hegel, Georg Wilhelm Friederich: Vorlesung über die Philosophie der Religion I (Band 16 in: Werke in 20 Bänden); Frankfurt am Main 1986.
  2. Vgl. Breitenstein, Peggy und Rohbeck, Johannes (Hrsg.): Philosophie: Geschichte – Disziplinen – Kompetenzen, Weimar 2011, S. 355.
  3. Vgl. Busch, Gabriel Christoph Benjamin: Handbuch der Erfindungen, Eisenach in der Wittekindtsche Hofbuchhandlung (hier in der Auflage von 1804), Zweyter Theil, S. 255-256.
  4. Vgl. Zedler: Johann Heinrich: Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste, Band 27(Pe-Ph),1731-1754, Sp. 2012-2028.
  5. Wahrscheinlich: Hübner, Johann (Verleger: Johann Friedrich Gleditsch): Reales Staats- Zeitungs- und Conversations-Lexicon: Worinnen so wohl Die Religionen und Orden, Reichs-Täge, gelehrte Societäten, Gerichte, Civil- und Militair-Chargen als auch Andere in Zeitungen und täglicher Conversation vorkommende Latein- und Frantzösische Wörter, Termini Juridici, und aus allerhand Sprachen bestehende Termini Artis… beschrieben werden. Die dritte Auflage, welche abermahls bey die fünfftausend Artickel und Passagen theils vermehret, theils emendiret und verbessert worden: Nebst vollständigen Registern und einer erneuten Vorrede Herrn Johann Hübners, Rectoris des Fürstl. Gymnasii zu Merseburg, 3. Auflage, Leipzig: 1708. Bis 1801 sind aber 27, zum Teil wesentlich überarbeitete, Auflagen erschienen.
  6. Vgl. Kant, Immanuel: Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Herausgegeben von Michael Holzinger, Berlin 2013, 2. Auflage.
  7. Vgl. Hegel, Georg Wilhelm Friederich: Vorlesung über die Philosophie der Religion I (Band 16 in: Werke in 20 Bänden); Frankfurt am Main 1986.
  8. Vgl.Hegel, Georg Wilhelm Friederich: Vorlesung über die Philosophie der Religion I (Band 16 in: Werke in 20 Bänden); Frankfurt am Main 1986, S.27.
  9. Vgl. Müller, Friedrich Max: Natürliche Religion: Gifford-Vorlesungen gehalten von der Universität Glasgow im Jahre 1888, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1890.
  10. Vgl. Höffding, Harald: Geschichte der Neueren Philosophie. Eine Darstellung der Geschichte der Philosophie von dem Ende der Renaissance bis zum Schlusse des 19. Jahrhunderts. Unter Mitwirkung des Verfassers aus dem Dänischen ins Deutsche übersetzt von F. Bendixen, Leipzig 1921.
  11. Vgl. Teichmüller, Gustav: Religionsphilosophie (Hrsg. Edition Classic VDM Verlag: Esther von Krosigk), Saarbrücken 2007.
  12. Vgl. Runze, Max: Kants Bedeutung auf Grund der Entwicklungsgeschichte seiner Philosophie : Festvortrag zum 100 jährigen Gedenktage des Erscheinens der "Kritik der reinen Vernunft" am 28 März 1881 im Saale des Stadt-Parks zu Berlin, Berlin 1881.
  13. Vgl. Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christentums. Band 1 und 2, Berlin 1956.
  14. Vgl. Nietzsche, Friedrich: Also Sprach Zarathustra, München 2007 und Nietzsche, Friedrich: Der Antichrist, Neuenkirchen 2008.
  15. Vgl. Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christentums. Band 2, Berlin 1956., S. 51.
  16. Vgl. Nietzsche, Friedrich: Der Antichrist, Neuenkirchen 2008, Teil 7.
  17. Vgl. Nietzsche, Friedrich: Der Antichrist, Neuenkirchen 2008, Teil 11.
  18. Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Wien 1811., S.2.
  19. Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke Bd.2. (F - Z), Graz 1808., S.3.
  20. Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Wien 1811., S.766.
  21. Adelung, Johann Christoph: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, Wien 1811., S.766.
  22. Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke Bd.2. (F - Z), Graz 1808., S.159.
  23. Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke Bd.2. (F - Z), Graz 1808., S.159.
  24. Campe, Joachim Heinrich: Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke Bd.2. (F - Z), Graz 1808., S.159.
  25. Buhr, Manfred/Klaus, Georg (Hrs.): Marxistisch-leninistisches Wörterbuch der Philosophie, Reinbeck bei Hamburg 1972, S. 839ff..
  26. Kosing, Alfred (Hrs.): Wörterbuch der Philosophie, Westberlin 1985, S. 401ff..
  27. Vgl.Gessmann, Martin: Philosophisches Wörterbuch, Stuttgart 2009, S. 620.

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