Das Schlaraffenland

Aus Orte der Utopie
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Erstveröffentlichung/Verlag

Das Motiv des Schlaraffenlands kam bereits in der Antike auf. Im deutschsprachigen Raum wurde es als erstes von Sebastian Brant aufgenommen. In seinem Werk „ das Narrenschiff“ verwendet er das Wort synonym für das Wort Narr.

Genre

Das Motiv wird in vielen Genres verwendet. Es reicht von Märchen, Prosa bis hin zu Romanen.

Epoche

Es wird in ebenso vielen Epochen, wie Genres verwendet. So erschien es zunächst in der Renaissance und reicht bis zur inneren Emigration.

Kontext/Inhalt

Das Schlaraffenland (von mhd. sluraff = Faulenzer; „Das Land der faulen Affen“) ist ein fiktiver Ort aus diversen literarischen Werken. In diesem ist alles im Überfluss vorhanden und nur faule Menschen leben meist dort. Die Verwendung dieses Motives kann fast immer gesellschaftskritisch betrachtet werden.

Ales erstes wird das Motiv in der Moralsatire „das Narrenschiff“ verwendet. Hier ist das Schlaraffenland das Ziel eines Schiffs voller Narren. Im Zuge dessen wird das Schiff auch Schlaraffenschiff genannt. Hier wird deutlich, dass das Motiv für ein Land für faule und dumme Menschen ist. Das Schlaraffenland als realer Ort wird hier nicht beschrieben, sondern nur die Menschen, die in ein solches Land wollen, dies sind Menschen voller Laster und mit Fehlverhalten.

Die ausführlichste Beschreibung des Landes findet sich im Schwank „Das Schlaraffenland“ von Hans Sachs. Hier wird auch zum ersten Mal das Motiv des Überflusses verwendet. In dem Land selbst, besteht alles nur aus Nahrungsmitteln. Alle Tiere sind schon fertig gegart und können sofort verzehrt werden. Auch das Motiv der faulen Menschen wird hier erneut aufgegriffen. Auch in Erich Kästners „der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“steht das Motiv des Überflusses und Faulheit im Fokus. Hier wird das Schlaraffenland als eine Art Paradies für faule Menschen beschrieben. Alle Wünsche sind dort erfüllbar. Außerdem sind alle Menschen faul und dick, wiegt man weniger als 200 Pfund wird man aus dem Schlaraffenland verwiesen

„Im Märchen vom Schlaraffenland“ der Gebrüder Grimm wird auch das vorliegende Motiv des Überflusses verwendet. Doch hier wird auch die Kritik an dem Ort deutlicher. Selbst Lügen und Betrügereien werden belohnt. Dabei stellt sich die Frage, ob das Schlaraffenland wirklich ein utopischer oder vielleicht doch ein dystopischer Ort ist. Denn wie erwähnt werden Dinge, die normallerweise als moralisch falsch gelten belohnt.

Im Roman „Im Schlaraffenland – ein Roman unter feinen Leuten“ wird das Schlaraffenland nicht als realer Ort beschrieben, sondern bezeichnet den Kreis der „feinen Leute“. Wie der Untertitel der Romans (Ein Roman unter feinen Leuten) schon andeutet, ist das Schlaraffenland nicht für alle Menschen offen, sondern nur für einen exklusiven Kreis.


Autoren

Hans Sachs

Erstveröffentlichung

1530

Genre

Schwank/Gedicht

Kontext/Inhalt

Das Gedicht beschreibt den utopischen Ort Schlaraffenland und dessen Bevölkerung.

Epoche

Renaissance

Utopische Orte

Das Schlaraffenland

Als Ortsangabe wird genannt, dass es 3 Meilen hinter Weihnachten läge. Der gesamte Ort ist durch eine Mauer aus Hirsebrei umschlossen. Der einzige Weg in dieses Land zu gelangen ist es, sich durch den drei Meilen dicken Brei zu essen. In dem Land selbst, besteht alles nur aus Nahrungsmitteln.

Gebäude

Die Menschen leben in Häusern, welche aus verschiedenem Essen zusammengesetzt sind. So sind die Dächer der Häuser mit Fladen gedeckt. Türen und Fensterläden bestehen aus Lebkuchen und das Haus wird von einem Zaun aus Bratwürsten umgeben. In den Brunnen findet man ausschließlich Wein. Eine Ausnahme besteht im vorkommenden Jungbrunnen. In diesem baden die alten und hässlichen Menschen. Nach diesem Bad sind sie nun wieder jung und attraktiv.

Vegetation Im Schlaraffenland findet man verschiedene Bäume vor. Zum einem wachsen dort Tannen. Deren Früchte sind süße Krapfen. Eine weitere Baumart sind die Weidenbäume. An diesem wachsen Semmel. Diese Früchte fallen von den Bäumen herab, ohne dass es das zutun von Menschen benötigt. Zudem fließt im Schlaraffenland ein Fluss. Dieser besteht aus reiner Milch. Anstelle von Steinen liegt im ganzen Land Käse herum.

Tierwelt Die vorhandenen Tiere, welche im Schlaraffenland zu finden sind, dienen alle nur dem menschlichen Verzehr. Aus diesem Grund kommen sie nur fertig zum Essen zubereitet vor. Die Fische sind gebraten, gesalzen und gebacken und können ganz einfach aus dem Fluss genommen werden. Desweiteren kommen drei Vogelarten vor: gebratene Tauben, Gänse und Hühner. Diese müssen nicht gefangen werden sondern fliegen direkt in den Mund. Im ganzen Land laufen gebratene Schweine herum. Diese haben immer ein Messer im Rücken. Dieses dient dazu, dass sich jeder ein Stück von diesem abschneiden kann.

Bevölkerung Das Schlaraffenland ist ein Ort für ausschließlich faule Menschen. Dies bemerkt man auch an den Sitten und Gebräuchen, welche in dem Land vorherrschen. So ist das weitverbreitetste Kleidungsstück der Schlafanzug. Bezahlt werden die Menschen fürs schlafen, trinken und lügen. Wer etwas anderes tut, macht Schulden. Ungern gesehenes Verhalten umfasst: Witz, Verstand, Intelligenz, Zucht und Ehrbarkeit. Wer dieses Verhalten zeigt, wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder sogar verbannt.

Autorin des Artikels

Kristina Ulbricht